So gestalten Sie Ihren Eingangsbereich und Ihre Flure mit Kunst
Der Eingangsbereich ist die Visitenkarte Ihres Zuhauses. Hier erfahren Sie, wie Sie vernachlässigte Flure und Eingangshallen von leeren Korridoren in Räume verwandeln, die sich wirklich wie ein Zuhause anfühlen.
Die meisten Leute dekorieren ihre Eingangsbereiche für Gäste. Das ist die falsche Zielgruppe.
Ihre Gäste sehen es ein-, vielleicht zweimal. Sie sehen es jeden Tag. Genauer gesagt zweimal: einmal beim Verlassen des Hauses und einmal bei Ihrer Rückkehr. Dieser zweite Moment ist entscheidend. Drei Sekunden nachdem Sie den Schlüssel umgedreht haben, hat Ihr Haus Sie entweder willkommen geheißen oder nicht.
Die Wände einfach kahl zu lassen, ist kein Minimalismus. Es ist einfach etwas, worüber nie entschieden wurde.
Der Eingangsbereich: Beginnen Sie mit der Größe
Der häufigste Fehler ist die Wahl eines zu kleinen Bildes. Ein 20x25 cm großes Foto über einem Konsolentisch wirkt unruhig. Es sieht so aus, als wäre das Bild noch nicht fertig.
Hier ist eine hilfreiche Faustregel: Große gerahmte Kunstwerke sollten etwa zwei Drittel der darunter stehenden Möbelfläche einnehmen. Über einer Standard-Konsole mit 120 cm Breite empfiehlt sich ein Bild mit einer Breite von mindestens 75 cm. Und wenn Sie das Bild direkt an die Wand hängen, ohne dass Möbel darunter stehen, wählen Sie ruhig ein größeres, als Ihnen zunächst lieb ist. Was auf einer Produktseite imposant wirkt, erscheint an einer echten Wand völlig normal.
Ein ausdrucksstarker Druck wirkt hier meist besser als drei kleinere. Es geht nicht um Dekoration, sondern um Wirkung. Etwas, das zum Innehalten einlädt.
Schwarz-weiße Wandbilder eignen sich hervorragend für Eingangsbereiche. Kontrastreiche Monochromie ist selbst bei schwachem oder ungleichmäßigem Licht, wie es in den meisten Eingangsbereichen der Fall ist, gut lesbar. Eine dramatische Landschaft, ein weites Meerespanorama, eine Architekturaufnahme in markantem Relief – all diese Motive wirken sofort, ohne dass der Betrachter etwas interpretieren muss. Man versteht sie auf Anhieb.
Wenn Sie sich Wärme statt Dramatik wünschen, ist erdverbundene Fotografie genau das Richtige. Ein Canyon in der goldenen Stunde. Eine nebelverhangene Bergkette. Unsere Landschaftsfotografien eignen sich hierfür hervorragend, da sie Tiefe erzeugen. Ihr Blick wandert ins Bild, so wie Ihr Körper sich ins Haus begibt. Mehr darüber, warum Fotografie in Wohnräumen anders wirkt als Gemälde, erfahren Sie in unserem Artikel über künstlerische Fotografie.
Hung vs. Leaned: Sie lesen sich unterschiedlich.
Das Aufhängen von Kunstwerken ist eine bewusste, sichere und stabile Lösung. Für die meisten Räume die richtige Wahl.
Doch ein großer Bilderrahmen, der auf der Konsole an die Wand gelehnt ist, hat einen Effekt, der beim Aufhängen nicht so gut gelingt. Er wirkt eher arrangiert als platziert. Entspannt. Als wäre er mit Bedacht dort hingestellt und dann sich selbst überlassen worden. Das funktioniert, wenn der Rahmen ein gewisses Gewicht hat. Ein dünner, an die Wand gelehnter Rahmen wirkt, als wäre man in Eile gewesen. Ein dicker, schwerer Rahmen hingegen wirkt wie eine bewusste Entscheidung. Stellt man eine hohe Vase oder ein skulpturales Objekt etwas davor, lässt man die Überlappung natürlich wirken, erscheint das Ganze durchdacht und nicht zufällig.
Flure sind ein ganz anderes Problem.
Man sitzt nicht in einem Flur. Man bewegt sich hindurch. Das verändert die Anforderungen an die Kunst.
Einzelne kleine Bilder wirken hier nicht. Es gibt keinen Grund, deswegen langsamer zu gehen. Was den Blick in einem Flur lenkt, ist die Wiederholung. Eine Abfolge von etwas. Mehrere Bilder bieten dem Betrachter etwas, dem er beim Durchqueren des Raumes folgen kann. Genau deshalb wirken Bilderserien in Fluren besser als einzelne Drucke, selbst wenn sie in einem Wohnzimmer überladen wirken würden.
Für kürzere Wände ist ein Set aus zwei Wandbildern, die in gleicher Höhe in einer klaren horizontalen Linie aufgehängt werden, oft die beste Lösung. Zwei thematisch zusammenpassende Drucke, passende Rahmen, gleichmäßiger Abstand. Unkompliziert. Genau darum geht es. Genügend Rhythmus, um ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen, aber nicht so viel, dass ein schmaler Raum überladen wirkt.
Der Trick bei Bildpaaren besteht darin, verwandt, aber nicht identische Bilder auszuwählen. Zwei Küstenaufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln. Zwei Berglandschaften, aufgenommen zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Ähnlich genug, dass sie als zusammengehörig wahrgenommen werden. Unterschiedlich genug, dass man beim zweiten Vorbeigehen noch etwas Neues entdeckt.
Bei längeren Wandabschnitten wirkt eine Bilderwand mit vier bis sechs Rahmen in einem einheitlichen Raster wie ein Kapitel. Beim Vorbeigehen entfalten sich die Bilder nach und nach. Ein aufeinander abgestimmtes Set übernimmt die gesamte visuelle Koordination: Die Rahmen sind identisch, die Farbpalette ist einheitlich. Dadurch wirkt eine Gruppe von Rahmen wie ein in sich geschlossenes, gestaltetes Gesamtbild und nicht wie eine Ansammlung einzelner Entscheidungen.
Die wichtigste Regel für jede mehrteilige Anordnung: Kohärenz innerhalb der Sammlung. Gerahmte Wandbilder aus derselben Fotoserie wirken harmonisch, da die Bildsprache bereits einheitlich ist. Das Mischen unzusammenhängender Stile in einem Raster wirkt nicht eklektisch, sondern eher unübersichtlich.
Die praktischen Regeln (Die Kurzfassung)
Breite in schmalen Fluren: Kunstwerke sollten nicht mehr als 60–70 % der verfügbaren Wandbreite einnehmen. In einem 90 cm breiten Flur sollten einzelne Bilder nicht breiter als etwa 55 cm sein. Zwei gut dimensionierte Drucke nebeneinander wirken deutlich harmonischer als ein großes, gerahmtes Kunstwerk, das mit der Raumaufteilung eines schmalen Flurs kollidiert.
Aufhängehöhe: Das Kunstwerk sollte 145–150 cm über dem Boden hängen. Über Möbeln sollte der untere Rand des Rahmens 15–20 cm über dem Untergrund liegen. Hängt es höher, wirkt es unnatürlich. Hängt es tiefer, wirkt es beengt und das Gesamtbild unpassend.
Rahmentiefe: Nur in schmalen Fluren geeignet. Tiefe Schattenkästen ragen in den Durchgangsbereich hinein und werden leicht angestoßen. Ein flacher 2,5 cm (1 Zoll) Rahmen liegt bündig an der Wand an und bleibt dort fest.
Beleuchtung: Die meisten Eingangsbereiche und Flure sind nicht optimal mit Tageslicht versorgt. Eine einzelne, verstellbare Einbauleuchte oder eine Bilderleuchte über dem Rahmen bewirkt einen erstaunlichen Unterschied. Nicht nur für die Kunstwerke selbst, sondern für die gesamte Raumwirkung. Ein wichtiger Punkt: Warmweißes Licht (2700–3000 K) passt gut zu warmen Holz- oder Goldrahmen und erdigen Naturdrucken. Kaltweißes Licht (4000 K) harmoniert besser mit mattschwarzen Rahmen und Schwarz-Weiß-Fotografien. Eine kleine, aber wirkungsvolle Entscheidung, die man erst im direkten Vergleich bemerkt.
Verbinde es mit dem Rest des Hauses
Hier kommt der Punkt, den die meisten Einrichtungsratgeber auslassen: Die Dekoration für Eingangsbereich und Flur sollte nicht unabhängig voneinander ausgewählt werden. Sie bildet den Auftakt zur visuellen Geschichte Ihres Zuhauses. Wenn der Auftakt nicht mit dem Rest des Raumes harmoniert, wirkt das Ganze wie verschiedene Zimmer aus verschiedenen Häusern und nicht wie ein stimmiges Gesamtbild.
Wenn in Ihrem Wohnzimmer schwarz-weiße Wandbilder in mattschwarzen Rahmen hängen, sollten die angrenzenden Räume farblich aufeinander abgestimmt sein. Nicht identisch, nicht kopiert, sondern aus derselben Farbfamilie. Verwenden Sie die gleiche Rahmenoberfläche als verbindendes Element, auch wenn die Motive in den verschiedenen Räumen variieren. Oder bleiben Sie im gesamten Raum beim gleichen fotografischen Stil: Küstenlandschaft in einem Zimmer, Berglandschaft im Flur – alles im gleichen Farbspektrum. So wirkt der Übergang wie eine Fortsetzung und nicht wie ein Neuanfang.
Wenn diese Räume harmonisch mit dem Rest des Hauses verschmelzen, entsteht etwas Besonderes. Das ganze Haus wirkt dann eher durchdacht als zusammengewürfelt. Unser Ratgeber zur Gestaltung Ihrer Wohnzimmerwände geht darauf ausführlicher ein, ebenso wie unser Artikel über die Gestaltung eines lebendigen Zuhauses. Kurz gesagt: Ihr Eingangsbereich ist der Ausgangspunkt. Er sollte gut in Szene gesetzt werden.
Die Räume, durch die Sie jeden Tag gehen, verdienen etwas Aufmerksamkeit.
Eingangsbereich und Flur sind keine Nebensache. Es sind die Räume, die Sie häufiger betreten als jeden anderen Teil Ihres Zuhauses. Die Kunst, die Sie dort aufstellen, prägt auf subtile und beständige Weise, wie sich Ihr Zuhause anfühlt. Nicht für Gäste. Für Sie.
Ein großes, gerahmtes Kunstwerk an der Tür. Ein Raster oder eine Anordnung von Bildern entlang des Flurs. Eine Beleuchtung, die die Fotografien optimal zur Geltung bringt. Ein Rahmen, der diese Räume harmonisch mit dem Folgenden verbindet. Nichts davon ist kompliziert. Es bedeutet lediglich, ein paar konkrete Entscheidungen zu treffen, anstatt die Wände bis zum Schluss aufzuschieben.
Wenn Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, stöbern Sie in unseren sorgfältig zusammengestellten Wandbild-Sets und filtern Sie nach Anzahl der Teile. Alle Elemente sind so gestaltet, dass sie miteinander harmonieren, was die Anordnung deutlich vereinfacht.
Häufig gestellte Fragen
Welche Größe sollte das Bild haben, das ich in meinem Eingangsbereich aufhängen möchte?
Das Kunstwerk sollte etwa zwei Drittel der Breite des darunter stehenden Möbelstücks einnehmen. Über einem Standard-Konsolentisch mit 120 cm Breite empfiehlt sich ein Bild mit einer Breite zwischen 75 und 90 cm. Hängt es direkt an der Wand, ohne dass sich darunter Möbel befinden, verleiht ein Bild von mindestens 60 x 90 cm dem Raum die nötige optische Präsenz. Alles, was kleiner als 40 x 50 cm ist, wirkt als Einzelstück, unabhängig von der Qualität des Motivs, eher wie ein Platzhalter.
Welche Kunstwerke eignen sich gut für einen schmalen Flur?
Fotografie eignet sich besonders gut, da sie räumliche Tiefe erzeugt und Flure dadurch breiter wirken lässt. Landschafts- und Meeresansichten lenken den Blick ins Bild, anstatt ihn an der Wand verweilen zu lassen. In schmalen Räumen sorgt eine horizontale Anordnung von zwei Wandbildern auf gleicher Höhe für eine dynamische Optik, ohne den Raum zu überladen. Die Bilderrahmen sollten flach sein, damit sie den Durchgang nicht behindern.
Sollte die Kunst im Flur zum Rest des Hauses passen?
Nicht ganz, aber die Bilder sollten eine gemeinsame Bildsprache mit den angrenzenden Räumen haben. Am einfachsten lässt sich dies durch die Rahmenoberfläche erreichen: Mattschwarz, Naturholz oder gebürstetes Messing, die im ganzen Haus einheitlich verwendet werden, schaffen Harmonie, ohne dass identische Drucke nötig sind. Die Motive können zwischen den Räumen variieren, aber Farbton und Stil sollten harmonieren. Ein Haus, das um kühltonige Schwarz-Weiß-Fotografien gestaltet ist, wirkt unzusammenhängend, wenn im Flur warme, abstrakte Drucke in völlig anderen Rahmen hängen.
Wie hängt man eine Bilderwand in einem Flur auf?
Skizzieren Sie die Anordnung zunächst auf dem Boden, bevor Sie die Bilderrahmen an die Wand hängen. Für ein symmetrisches Raster verwenden Sie am besten zwei identische Rahmen und achten Sie auf einen gleichmäßigen Abstand von 5–7,5 cm zwischen den einzelnen Rahmen. Zentrieren Sie die gesamte Gruppe horizontal und vertikal an der Wand. Hängen Sie dann die oberste Reihe in der gewünschten Höhe auf und arbeiten Sie sich nach unten vor. Mithilfe von Papierschablonen, die Sie an die Wand kleben, können Sie die Anordnung anpassen, ohne Löcher bohren zu müssen. Ein Laser-Nivelliergerät ermöglicht eine schnelle und präzise horizontale Ausrichtung.